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Waldorfschulen in Niedersachsen fordern bessere Finanzierung

Hannover, 22. März 2017: „Beweg Dich! Für eine faire Schulfinanzierung“ – das fordert die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Niedersachsen mit ihrer Kampagne von der Landesregierung. In ihrem Koalitionsvertrag versprach diese bereits 2013, die Finanzierung Freier Schulen auf eine neue, gerechte Grundlage zu stellen. Unterdessen ist die Finanzierungssituation für einige Waldorfschulen im Land zunehmend existenzgefährdend.

 

Die öffentlichen Zuschüsse reichen nicht aus

In Niedersachsen erhalten Waldorfschulen pro Schüler 500 Euro weniger öffentliche Mittel als im Bundesdurchschnitt. Damit decken die öffentlichen Zuschüsse nur etwa 70 Prozent der Betriebskosten der niedersächsischen Waldorfschulen. Den Rest müssen die Eltern als Schulgeld aufbringen. Doch auch dies darf nicht beliebig hoch ausfallen: Das Grundgesetz deckelt die Höhe des Schulgelds, um eine Sonderung nach den Besitzverhältnissen der Eltern zu verhindern. „Damit Waldorfschulen auch in Zukunft allen Kindern unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern offen stehen, ist eine Erhöhung der aktuellen Finanzhilfesätze dringend erforderlich“, erklärt Michael Kropp, Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der niedersächsischen Waldorfschulen. Eine aktuelle Studie des Wissenschaftszentrums für Sozialforschung kommt sogar zu dem Schluss, dass viele Bundesländer, darunter Niedersachsen, mit ihrer Privatschulfinanzierung gegen das sogenannte Sonderungsverbot im Grundgesetz verstoßen.

 

Die Waldorfschulen suchen den Austausch mit der Politik

Die Landesarbeitsgemeinschaft sucht derzeit den Austausch mit der Politik. So sind in den kommenden Wochen Besuche niedersächsischer Landtagsabgeordneter an Waldorfschulen in deren Wahlkreisen geplant. Zudem laden die Waldorfschulen in Bramsche, Hannover, Braunschweig und Lüneburg im Mai Politiker, Eltern und interessierte Bürger zu Diskussionsveranstaltungen ein. Die Forderungen der Kampagne, die auf einer eigenen Website erläutert werden, finden große Unterstützung an den Waldorfschulen: Eine Online-Petition erreichte in den ersten drei Monaten bereits über 4.000 Unterschriften.

 

Andere Bundesländer haben bereits die Privatschulfinanzierung angepasst

Eine Überarbeitung der Finanzierung Freier Schulen wird aktuell in mehreren Bundesländern diskutiert. In Baden-Württemberg haben sich Politik und Vertreter der Freien Schulen gerade geeinigt, dass Privatschulen künftig 80 Prozent der Kosten eines Schülers einer öffentlichen Schule vom Land erhalten. In Niedersachsen drängen die Freien Waldorfschulen mit ihrer Kampagne nun ebenfalls auf eine Neuregelung.